Großübung von Feuerwehr und Rettungsdienst auf der ICE-Neubaustrecke am Flughafen Köln-Bonn

 

Wann wird geübt?

Samstag, 22. Mai 2004 von 14:00 bis ca. 18:00 Uhr

Wo wird geübt?

Im Tunnel der ICE-Flughafenanbindung zwischen dem Nordportal (Grengeler Mauspfad) und dem Flughafenbahnhof. Etwa mittig liegt der Notausstieg II an der Querschneise.

Wer übt alles mit?

Die Deutsche Bahn AG ist Veranstalter der Übung. Die Durchführung liegt bei der Feuerwehr Köln mit Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr. Die Werkfeuerwehr des Flughafens Köln/Bonn ist ebenfalls beteiligt. Bei der Patientenversorgung wird der städtische Rettungsdienst durch die vier beteiligten Hilfsorganisationen (ASB, DRK, JUH, MHD) verstärkt. Ferner werden Behandlungsplätze durch Kräfte des Rhein-Sieg-Kreises und der Stadt Bonn gestellt.

Das Polizeipräsidium Köln und der Bundesgrenzschutz sowie die Flughafen-Köln/Bonn AG sind ebenfalls Übungsteilnehmer.

Mehr als 400 Einsatzkräfte sind aktiv am Übungsgeschehen beteiligt, dazu kommen Übungsleitung und -beobachter. Weitere 300 Personen (Mitarbeiter der DB AG und der Feuerwehr Köln) dienen als Verletztendarsteller. Zusätzliche Einsatzkräfte der oben genannten Behörden, Ehrengäste und Medienvertreter lassen eine Beteiligung von insgesamt mehr als 1.000 Personen erwarten.

Was wird geübt?

Ein ICE-Zug (Anmerkung: während der Übung wurde stattdessen eine S-Bahn benutzt) entgleist etwa mittig zwischen dem Flughafenbahnhof und dem Nordportal. Der Zug steht in Höhe des Notausstieges II an der Querschneise. Im Mittelteil des Zuges entsteht ein Kabelbrand aufgrund eines elektrischen Kurzschlusses.

Von den etwa 300 Zuginsassen sind 85 Personen in verschiedenen Verletzungskategorien versorgungsbedürftig. Die restlichen etwa 215 Fahrgäste bedürfen einer Betreuung.

Aufgrund der Verrauchung flüchten die gehfähigen Passagiere zu allen drei benachbarten Notausstiegen oder Ausgängen. Der Weg zum Flughafen beträgt etwa 800m, der zum Nordportal etwa 1.000m. Die Feuerwehr führt in der ersten Einsatzphase Menschenrettung und Brandbekämpfung gemäß des Konzeptes zur U-Bahnbrandbekämpfung durch. Dies beinhaltet das gleichzeitige und massive Vorgehen am "Ereignisort" (dort steht der brennende Zug) sowie an den benachbarten Notausstiegen oder Bahnhöfen in beide Fahrtrichtungen.

Aufgrund der großen Verletztenzahl wird zusätzlich das Einsatzstichwort "Massenanfall von Verletzten / MANV" ausgelöst. Der Behandlungsplatz aus Köln fährt dabei analog den Brandschutzkräften den Ereignisort an. Die beiden Nachbarzugänge werden durch vergleichbare Einheiten aus dem Rhein-Sieg-Kreis (Bahnhof) und der Stadt Bonn (Nordportal) verstärkt.

Mit dieser überörtlichen Hilfe wird erstmals ein seit Monaten geplantes Konzept für große Rettungsdienstlagen mit überörtlicher Unterstützung (Ü-MANV) erprobt. Die Planungen wurden im Regierungsbezirk Köln unter Federführung der Feuerwehr Köln mit allen benachbarten Kreisen und Städten erarbeitet.

Die Flughafenfeuerwehr Köln/Bonn ist zwar nicht primär für den Tunnel der DB AG zuständig, aufgrund der räumlichen Nähe ist eine Gebäudebrandschutzeinheit jedoch einsatztaktisch eingebunden. Polizei und Bundesgrenzschutz sind neben ihren hoheitlichen Tätigkeiten auch in die Personenauskunft einbezogen. Von der Bahn AG ist das Notfallmanagment auf mehreren Ebenen Bestandteil der Übung.

Was sind die Ziele der Übung?

Die Übung dient der Überprüfung von

-Selbstrettungsmaßnahmen für Fahrgäste durch das Zugpersonal

-Leistungsfähigkeit und Kapazität der Rettungsplätze entlang des Tunnels

-Menschenrettung aus dem Zug durch die Feuerwehr

-Handhabung und Funktionsweise von Sicherheitseinrichtungen im Tunnel

-Aufbau und Betrieb von drei parallelen Behandlungsplätzen (Köln, Bonn, R-S-Kreis)

-Einsatz-, Führungs- und Funkkonzepten der Feuerwehr Köln

-Patientendokumentation sowie Abgleich der Daten mit Polizei und Flughafen Köln/Bonn

-Betreuungsprogrammen der DB AG, des Flughafens, der Rettungsdienste und der Feuerwehr Köln

Und vor allem:

-Zusammenarbeit mit allen beteiligten Institutionen und Behörden

 

 

22.05.2004 Absender: Dir. Neuhoff (Feuerwehr Köln)